Verhältnis zwischen Theater, Musik und Konzert

Es ist nichts Neues, dass Sänger in Filmen auftreten. Auch, dass Schauspieler in der Musikszene versuchen Fuß zu fassen ist durchaus nichts Ungewöhnliches.theater_music Udo Lindenberg war einer der ersten in Deutschland, der für seine Konzertreisen mit dem Panikorchester in den 1980er Jahren ein kleines Theaterensemble mit auf Tournee nahm, welche seine Lieder spielerisch, aber auch effektreich auf der Bühne interpretierten. Kein Popstar geht ohne klassisch oder modern ausgebildete Balletttänzer auf eine große Bühne.

Dies war jedoch nicht immer so. In der Antike war es hauptsächlich das Schauspiel, welches das Publikum in die Amphitheater in Griechenland und im Römischen Reich lockten. Es gab zwar Lauten, Schlaginstrumente und die Vorläufer der Blasinstrumente, diese wurden jedoch nicht zum Musizieren wie wir es uns heute vorstellen verwendet.

Vor allem im Mittelalter gab es eine ganz klare Trennung zwischen den Theateraufführungen und Musikaufführungen. Die ersten größeren Musikensembles spielten für die Oberschicht. Theater, vor allem mystisches und kirchliches, war für die Unterschicht.

Der Barock ließ alles verschmelzen. Orchester spielten Konzerte in Theaterhäusern, oder waren für die Musik bei Opern und Operetten aus dem Orchestergraben zuständig.

Heute sehen sich Bühnenkünstler, welche eine klassische Theaterausbildung absolvierten, oftmals als die besseren Schauspieler, was für klassische Theaterproduktionen wie die großen Dramen von Goethe, Schiller und Shakespeare sicher richtig ist, jedoch verschmelzen die drei Genres immer mehr.

Mittlerweile gibt es große Theateraufführungen im Rahmen von Open Air Musikfestivals und viele Popkonzerte werden immer mehr zu aufwendigen Bühneninszenierungen.

Seit Jahren spielen klassische Ensembles in Rockproduktionen eine Rolle. Heavy Metal Bands wie Manowar oder Metallica nehmen ganze Alben mit Orchestern auf und gehen mit ihnen auf Tour. Selbst klassische Musik ist oftmals nicht nur ein Orchester in schwarz und weiß auf der Bühne mit sachverständigen Publikum im Konzertsaal. Bestes Beispiel hierfür ist Andre Rieu, der mit seinem Orchester und den hier bekannten Richard Strauß Walzermelodien Hunderttausende in Südamerika im Dreivierteltakt mitschwingen ließ.

In der kulturellen Welt kommt das Eine ohne das Andere nicht aus. Die einst getrennten Genres der Bühnenkunst verschmelzen immer mehr miteinander – und das zum Wohle eines breiten Publikums.